Sie gilt als Inbegriff der Schönheit. Märchen und Legenden ranken sich um sie, Dichter ließen sich von ihr inspirieren: Die Rose hat tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur in unserem Kulturkreis, sondern weit darüber hinaus. Eine Legende besagt, dass die „Königin der Blumen" direkt aus dem Paradies stamme: Bei der Vertreibung daraus habe Eva heimlich eine Rose mitgenommen und sie so in die Welt gebracht. Seit jeher verbinden die Menschen die Blume mit Jugendfrische, Schönheit und Liebe.
Auf Rosen gebettet
Im Alten Testament dient sie als Metapher für den Liebreiz einer jungen Frau. Bei den alten Griechen und Römern wurde sie Aphrodite bzw. Venus zugeordnet, bei den Germanen Freya - alle drei Göttinnen der Liebe. Und von der legendären ägyptischen Herrscherin Kleopatra wird berichtet, dass sie Antonius auf einem Teppich aus Rosen verführt haben soll. Im Mittelalter war die Blume wesentlicher Bestandteil des christlichen Marienkults.
Botanisch betrachtet zählt die Rose zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Dabei handelt es sich um sommergrüne, selten auch immergrüne Sträucher mit kletternden oder bis zu vier Meter hohen, aufrechten Sprossen. Die Stacheln oder Dornen dienen einerseits zum Schutz gegen Tierfraß, andererseits unterstützen sie die Ranken beim Festhalten an Mauern oder Stützen. Die fünf Kelchblätter der Blüte begründen einen Teil der Mystik, die sich um die Pflanze rankt: Sie umschreiben ein Fünfeck, dessen Ecken sich wiederum zu einem Fünfstern - einem „Pentagramm" - verbinden lassen. Dieses Zeichen soll einerseits laut Volksglauben das Böse abwehren und verkörpert andererseits das Prinzip des „Goldenen Schnitts", der als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie gilt. Die Früchte der Pflanze heißen Hagebutten. Sie dienen unter anderem zur Herstellung von Tee und Marmelade. Die Rose wuchs ursprünglich nur auf der nördlichen Erdhalbkugel, als Kerngebiet der Kulturrose gelten die Gebirge Mittel- und Südwestasiens. In Persien und China gibt es eine jahrtausendealte Rosenkultur. Über Kleinasien und Griechenland kam die Pflanze bereits in der Antike nach Europa. Schon früh fand die Rose hier ihren Platz nicht nur in der Gartenbaukunst, sondern auch in der Heilkunde, der Schönheitspflege und der Küche. Die Römer stellten Duftwasser aus Rosen her, im Orient verwendet man die Pflanze bis heute für raffinierte Speisen, und in der Heilkunde des Mittelalters wurden ihr vielerlei positive Wirkungen zugesprochen. Hildegard von Bingen etwa empfiehlt Rosenpulver gegen Jähzorn.
In der Kosmetik kommt die Rose bis heute in zweierlei Form zum Einsatz: als Rosenöl und als Rosenwasser. Das kostspielige echte Rosenöl - ein Milliliter kann bis zu 30 Euro kosten - wird heute überwiegend aus den Blütenblättern der Damaszenerrose oder der hundertblättrigen Rose gewonnen. Die Blüten müssen in den frühen Morgenstunden geerntet werden, da sich der Ölgehalt mit steigender Tagestemperatur verringert. Die Ausbeute ist minimal: Acht Tonnen Blütenblätter ergeben durchschnittlich einen Liter reinen Öls. Um es zu gewinnen, wird ein Gemisch aus Blütenblättern und Wasser in großen Kesseln mithilfe von Wasserdampf erwärmt und zweimal destilliert. Neben dem Rosenöl fällt bei der Produktion auch Rosenwasser oder -hydrolat an, das ebenfalls in Kosmetika eingesetzt wird. Eine weitere Möglichkeit der Rosenölgewinnung ist die Extraktion, bei der die Duftstoffe mit Lösungsmitteln, z. B. Methanol, aus den Blüten gelöst werden. Das Produkt wird anschließend mithilfe von Alkohol wieder von den - im Übrigen als lebensmitteltauglich geltenden - Lösungsmitteln gereinigt. Das Ergebnis nennt man Absolue. Es wird aufgrund seines intensiven Dufts bevorzugt in der Parfumherstellung eingesetzt. In der Naturkosmetik sollte man nur destilliertes Öl mit der Bezeichnung „100 % naturreines ätherisches Öl" verwenden. Angaben zum botanischen Namen der Pflanze, dem Herkunftsland und dem Gewinnungsverfahren sind ebenfalls ein Qualitätsmerkmal.
Auf Qualität achten!
Vorsicht ist geboten, wenn diese Angaben fehlen und das Produkt preislich deutlich unter dem Richtwert liegt: Dabei handelt es sich meist um verschnittene, verfälschte oder gar synthetisch hergestellte Ware. Bislang konnte man rund 400 chemische Einzelsubstanzen des Rosenöls analysieren. Für die Hautpflege bedeutsam ist unter anderem Citronellol. Es macht das Öl gut hautverträglich und hat eine tonisierende Wirkung. Das ebenfalls enthaltene Farnesol gilt als antibakteriell und desodorierend. Sowohl Rosenöl als auch Rosenwasser enthalten Phenyläthylalkohol, der das Wachstum von Keimen hemmt. Rosenwasser wird außerdem eine klärende, erfrischende und tonisierende Wirkung zugeschrieben, was es für Menschen mit unreiner Haut interessant macht. Das beste Rosenöl kommt nach Meinung von Experten aus Bulgarien und der Türkei.
Hautglättende Wirkung
Ein weiteres, kosmetisch verwertbares Rosenprodukt ist das Wildrosenöl. Wie der Name schon sagt, stammt es von wildwachsenden Rosenarten und wird durch Kaltpressung aus den Samen der Hagebutte gewonnen. Das Öl hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, ist geruchslos und von heller Farbe. Es gilt als besonders wertvoll, ist sehr hautverträglich und eignet sich für alle Hauttypen. Wildrosenöl soll die Zellerneuerung fördern, den Hautstoffwechsel regulieren und die Haut regenerieren. Eingesetzt werden kann es gut bei rissiger, spröder, trockener und reifer Haut, aber auch zur Behandlung von Schwangerschaftsstreifen, Wunden und Narben. Aufgrund seiner hautglättenden, vitalisierenden Eigenschaften wird Wildrosenöl gerne in Anti-Aging-Produkten verwendet. Die Essenz aus Wildrosen ist übrigens Bestandteil der Bachblütentherapie. Sie soll die Lebensfreude steigern und beruhigend wirken. Rosen- und Wildrosenprodukte in Bio-Qualität gibt es schon seit Längerem auf dem Markt, und es werden immer mehr. Wissenschaftliche Studien haben inzwischen belegt, was man aufgrund von Erfahrungswerten schon längst wusste: Rosenöl tut Körper, Haut und Seele gut.
22.08.11
Rosenträume - Die Königin der Blumen in der Kosmetik
Schon früh haben Menschen den Wert der Rose erkannt – als Bereicherung für den Garten, als Heilpflanze, als raffinierte Zutat zu kulinarischen Köstlichkeiten und als wertvollen Inhaltsstoff für Kosmetikprodukte. Nicht umsonst ist die duftende Blume mit den spitzen Dornen ein Sinnbild für Schönheit und Jugend!

Foto: creativ collection



















